(Gegenwind 453, Juni 2026)

Die Raketen-Korvette „Odeintsovo” ist Teil der baltischen Flotte Russlands
Die Raketen-Korvette „Odeintsovo” ist Teil der baltischen Flotte Russlands. Zwei Schwesterschiffe hat die Ukraine jetzt bei Luftangriffen getroffen und schwer beschädigt, eines in der Ostsee, eines im Kaspischen Meer.
(Foto: Mil.ru, CC BY 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=108003327)

Kriegsschiffe auf der Ostsee

Eine kleine Übersicht

Was plant die Bundesmarine?

In den letzten Monaten war immer wieder die Rede von den militärischen Aktivitäten auf der Ostsee. Die Nordstream-Pipeline wurde erst stillgelegt, dann gesprengt. In vielen küstennahen Gebieten und über Häfen waren Drohnen unterwegs, die auf Schiffen gestartet wurden. Täglich gibt es Begegnungen zwischen Kriegsschiffen der NATO und Russlands. In Kiel wird das Gelände des Marinefliegergeschwaders 5, vor zehn Jahren aufgegeben, von der Stadt wieder an die Marine zurückverkauft (oder getauscht), um das Seebataillon aus Eckernförde zu vergrößern und unterzubringen.

Es sind zehn Staaten, die sich die Ostsee teilen. Davon sind neun Mitglied der NATO, nur Russland bezeichnet sich selbst als Feind der NATO und droht auch immer mal wieder. Zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine 2022 waren nur sieben Anlieger in der NATO - nach etlichen Drohungen und Provokationen von russischer Seite traten Finnland und Schweden der NATO bei. Norwegen und Dänemark waren schon vorher Mitglied, ebenso wie Deutschland und Polen. Die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland waren am 29. März 2004 beigetreten, damals unter ausdrücklicher Zustimmung von Präsident Putin.

Welche Schiffsklassen gibt es für den Krieg?

Träger

sind 200 bis 330 Meter lang und verdrängen 20.000 bis 100.000 Tonnen. Sie haben eine Besatzung von 1.000 bis 5.000 Personen. Nur wenige Staaten haben Träger.

Kreuzer

sind 170 bis 250 Meter lang und verdrängen 10.000 bis 25.000 Tonnen. Nur noch die USA und Russland haben Kreuzer (auch „Schlachtschiffe” genannt) und wollen sie außer Betrieb nehmen.

Zerstörer

sind 140 bis 180 Meter lang und verdrängen 5.000 bis 10.000 Tonnen. Sie sind hochseefähig und können Landziele wie Seeziele, Luftziele und Unterseeboote bekämpfen.

Fregatten

sind 110 bis 160 Meter lang und verdrängen 3.000 bis 7.000 Tonnen. Sie können weltweit operieren, sind aber oft auf eine Aufgabe konzentriert. Die dänischen Fregatten bekämpfen Luftziele, die deutschen F123 U-Boote.

Korvetten

sind 60 bis 110 Meter lang und verdrängen 600 bis 3.000 Tonnen. Sie operieren eher in flachen Gewässern, Randmeeren oder an der Küste. Sie können oft nur einige Wochen operieren und müssen dann zurück.

Deutschland

nennt die F126 und F127 „Fregatte”, obwohl sie mehr als 10.000 Tonnen verdrängen. Aufgrund der eher schwachen Bewaffnung sind sie allerdings von der Aufgabe her tatsächlich Fregatten. Es hat auch politische Gründe, tief zu stapeln.

Die Marine von Russland

Russlands Marine hat eine Besonderheit: Es gibt die Pazifik-Flotte, die Nordmeer-Flotte, die baltische Flotte und die Schwarzmeer-Flotte. Die vier Flotten operieren jeweils alleine, es gibt wenig Austausch. Im Falle eines Krieges wie des Angriffs auf die Krim 2014 ist die dort stationierte Schwarzmeer-Flotte auch sofort isoliert, weil die Türkei nur in Friedenszeiten Kriegsschiffe passieren lässt. Formell gibt es noch die Kaspische Flotte, die aber international keine Rolle spielt.

Die Nordmeer-Flotte ist am stärksten, zu ihr gehört formell der einzige Flugzeugträger (faktisch außer Betrieb), dazu kommen zwei Kreuzer. Der dritte Kreuzer ist im Pazifik, der vierte gehörte zur Schwarzmeer-Flotte, wurde aber von der Ukraine versenkt. Zur Nordmeer-Flotte gehören vor allem die U-Boote mit Atomraketen, die die „Zweitschlags-Fähigkeit” für Russland gewährleisten sollen.

Die baltische Flotte verfügt über einen Zerstörer, die „Nastoychivyy”, der aber vermutlich längst nicht mehr einsatzfähig ist. Dann gibt es zwei Fregatten, die „Neustrashimy” und die „Yaroslav Mudry”, beide sind vermutlich einsatzfähig. Allerdings wurde kürzlich der Zerstörer „Severomorsk” von der Nordmeer-Flotte in die Ostsee geschickt, wo er zur Zeit in der Gegend von Fehmarn fährt und Tanker der Schattenflotte begleitet. Er soll vermutlich auf Dauer das Führungsschiff der baltischen Flotte werden.

Am wichtigsten sind die Korvetten „Steregushchiy”, „Soobrazitelnyy”, „Boikiy” und „Stoikiay”, vielleicht gibt es eine fünfte. Sie sind vor allem mit Anti-Schiffsraketen bewaffnet, dazu haben sie Luftabwehr.

Dazu gibt es fünf kleinere Raketenschiffe der Buyan-M-Klasse, von denen die „Zelenyy Dol”, die „Naro-Fominsk” und die „Stavropol” gerade einsatzfähig sind. Die „Serpukhov” wurde von der Ukraine angezündet, die „Grad” wurde bei einer Überführungsfahrt von der ukrainischen Luftwaffe getroffen. Ob sie noch repariert werden können, ist nicht bekannt. Dazu kommen vier kleinere Raketenschiffe der Karakut-Klasse, von denen alle vier, also die „Maytishchi”, „Sovetsk”, die „Odintsovo” und die „Burya” einsatzfähig sind. Die „Burya” wurde erst am 8. Mai 2026 in Dienst gestellt. Anfang Mai 2026 hat die Ukraine allerdings die „Sovetsk” und auch ein Schwesterschiff im Kaspischen Meer bei einem Luftangriff getroffen und beschädigt.

Auch die Raketenschiffe gelten als Korvetten, obwohl sie kleiner sind. Sie tragen Kalibr-Marschflugkörper, die eine Reichweite von 1.500 bis 2.500 Kilometer haben. Sie werden von der Schwarzmeer-Flotte häufig gegen die Ukraine eingesetzt, die Treffgenauigkeit liegt bei 50 Metern. Allerdings schießt die Ukraine 75 bis 85 Prozent der Kalibr-Marschflugkörper ab, bevor sie einschlagen. Wie viele Marschflugkörper bei der baltischen Flotte sind, ist nicht bekannt. Vermutlich sind es nur 40 bis 60 Exemplare, wobei die neun aktiven Raketenschiffe je acht gleichzeitig starten können, also zusammen 72. Russland braucht sie für den Ukraine-Krieg, kann aber nur einen pro Tag produzieren. Die elektronischen Bauteile müssen einzeln eingeschmuggelt werden, weil sie unter die Sanktionen fallen und Russland sie selbst nicht herstellen kann.

Die Marine der NATO

Finnland

Finnland verfügt über acht Korvetten, alle acht sind nur kleine Raketenboote. Davon sind vier aus der Hamina-Klasse moderner als alle russischen Schiffe. Vier aus der Rauma-Klasse sind älter, aber modernisiert. Dazu kommen fünf Minenleger und 3 Minenjäger. Zusätzlich hat Finnland hunderte von kleinen Schnellbooten, mit den Truppen zwischen Inseln und Küste verlegt werden können.

Zur Zeit werden vier Korvetten der Pohjanmaa-Klasse gebaut, das erste Schiff wurde 2025 fertig und ist zur Zeit in Erprobung. Die drei anderen werden bis 2029 fertig. Sie sind mit 117 Metern und 4.300 Tonnen fast so groß wie Fregatten.

Schweden

Schweden hat vier moderne U-Boote und baut zur Zeit zwei moderne Boote dazu.

Außerdem besitzt Schweden fünf Korvetten der Visby-Klasse mit Stelth-Eigenschaften, alles viel moderner als die russischen Schiffe. In Kiel ist die Klasse bekannt, weil ein russischer Drohnen-Überflug über den Nordhafen erfolgte, als dort eine Visby-Korvette zu Besuch war. Zwar konnte der russische Frachter, der die Drohne gestartet hatte, gestoppt und von der Polizei durchsucht werden. Wenig schmeichelhaft war, dass sich Russland für die deutschen Kriegsschiffe weniger interessierte.

Zwei ältere Korvetten der Göteborg-Klasse wurden jüngst modernisiert.

Zur Zeit will Schweden vier Fregatten bauen. Es ist die Lulea-Klasse, die Fregatten sind 124 Meter lang, die beiden ersten sollen 2030 fertig sind.

Norwegen

Norwegen ist seit dem Beitritt von Schweden zur NATO nicht mehr für die Ostsee zuständig, sondern für den Nordatlantik (gemeinsam mit Großbritannien und demnächst Kanada). Kriegsschiffe aus Norwegen nehmen nur hin und wieder an Manövern teil, und zwar Fregatten der Fridthof-Nansen-Klasse, U-Boote der Ula-Klasse und Korvetten der Skjold-Klasse. Die Skjold-Klasse ist moderner als alle russischen Schiffe.

Dänemark

Dänemark ist für die Ein- und Ausfahrt der Ostsee zuständig, die es aber wie bei Meerengen üblich nicht sperren darf (das gilt übrigens auch für den Iran, das ist Völkerrecht). Dänemark muss aber damit alle russischen Kriegsschiffe, zur Zeit auch die Tanker der Schattenflotte registrieren.

Dänemark hat drei Fregatten der Iver-Huitfeldt-Klasse, die vor allem zur Luftabwehr ausgerüstet sind. Sie haben ein modernes Radar und moderne Raketen, sehr viel moderne als die russischen Systeme. Dann gibt es noch zwei ältere Fregatten der Absalon-Klasse, die den Vorteil haben, dass sie innerhalb kurzer Zeit umgerüstet werden können. Sie können also als schwer bewaffnete Fregatte, als Lazarett-Schiff oder als Führungsschiff eingesetzt werden.

Die sechs Schiffe der Diana-Klasse sind kleiner und dienen dem Küstenschutz. Zur Zeit wird der Bau von rund 20 neuen Kriegsschiffen geplant, die meisten sind kleinere Schiffe für den Küstenschutz. Die Fregatten der Iver-Huitfeldt-Klasse werden nach und nach modernisiert.

Deutschland

Deutschland teilt die Kriegsschiffe nicht fest nach Ostsee und Nordsee ein. Faktisch sind zehn Korvetten der Braunschweig-Klasse (K130) der Ostsee zugeteilt, wovon fünf gerade aus der Werft kommen und moderne sind als die russische Konkurrenz.

Dazu kommen sechs U-Boote der Klasse 212A. Sie haben Brennstoffzellen, sind also extrem leise. Solche moderne U-Boote hat Russland überhaupt nicht.

Dazu kommen die Fregatten der Sachsen-Klasse (F124) oder der Brandenburg-Klasse (F123). Sie sind in Wilhelmshaven stationiert, kommen aber regelmäßig in die Ostsee.

Umstritten sind die im Bau befindlichen F126-Fregatten (Niedersachsen-Klasse). Eigentlich sollten vier Fregatten 5,5 Milliarden Euro kosten, eine niederländische Werft erhielt den Zuschlag. Die ging in Insolvenz, jetzt soll „Naval Vessels Lürssen” sechs Fregatten zusammen mit Rheinmetall bauen. Die neuen Projektleiter fordern allerdings für sechs Schiffe 12 Milliarden Euro, zusätzlich sind 2 Milliarden Euro bereits für die Planung ausgegeben. Die Fregatten sind mit 166 Metern und 10.000 Tonnen eher Zerstörer oder mehr, aber mit einem 127-mm-Geschütz und 16 Starterzellen für Raketen eher schwach bewaffnet. Ein vergleichbarer chinesischer Zerstörer der Baureihe 055 hat 112 Starterzellen. Die F126-Fregatten sind nicht primär für die Ostsee bestimmt, können dort aber eingesetzt werden.

Allerdings braucht die Niedersachsen-Klasse nur 114 Mann und Frau Besatzung und kann zwei Jahre auf den Weltmeeren operieren. Die Indienststellung der „Niedersachsen” war für 2028 geplant, das ist auf 2032 verschoben. Falls das Projekt zusammenbricht, will die Marine vier MEKO-A-200 Fregatten bei TKMS in Kiel bauen lassen, die nur 4.000 Tonnen groß sind und nur 1 Milliarde Euro pro Stück kosten.

Weniger umstritten ist dann die F127-Baureihe, die allerdings erst 2035 oder später starten soll. Diese Fregatte wurde von TKMS (Kiel) geplant, ist 178 Meter lang und verdrängt 12.000 Tonnen. Diese Fregatte, die eigentlich schon ein Kreuzer ist, ist schwer bewaffnet: 96 Zellen zum Raketenstart, sie kann auch Hyperschall-Raketen oder Tomahawk-Marschflugkörper einsetzen. Acht Fregatten werden 20 Milliarden Euro kosten (aktueller Stand), allerdings ist Deutschland bei den NATO-Plänen verpflichtet, dann 18 Fregatten einsatzbereit zu haben.

Und das See-Bataillon?

Jetzt soll das See-Bataillon, das in Eckernförde über mehrere Standorte verteilt ist, an einem neuen Standort in Kiel zusammengezogen und verstärkt werden. Neuer Standort ist das ehemalige MFG-5-Gelände.

Das Bataillon umfasst jetzt 1.100 Marinesoldaten, Standort ist die Preußer-Kaserne in Eckernförde und ein paar kleinere rundherum. In Kiel soll es in ein paar Jahren etwas mehr als 1.400 Soldaten umfassen.

Das Bataillon soll dann fremde Schiffe entern und übernehmen oder kontrollieren können. Es soll militärische Objekte schützen oder auch bei Landungen angreifen können. Außerdem soll es Leitungen und Pipelines in der Ostsee schützen, die Soldaten sollen auch tauchen und Sprengsätze entschärfen können. Außerdem sollen sie Seeminen finden und entschärfen können.

Der Umzug nach Kiel-Holtenau soll Anfang der 2030er Jahre abgeschlossen sein. Für Ortsfremde: Der Marinehafen oder Kriegshafen liegt südlich der Kanalschleusen in Kiel-Wik, der neue Stützpunkt dann nördlich der Kanalschleusen in Kiel-Holtenau.

Polen

Polen verfügt über 40 Marineschiffe, davon 10 bis 12 Kampfschiffe. Es gibt wenige moderne Schiffe, die meisten sind noch aus der Sowjetunion.

Polen hat zwei Fregatten der Oliver-Hazard-Perry-Klasse, die in den 1970er Jahren in den USA gebaut wurden und von Polen gebraucht gekauft wurde. Außerdem gibt es eine Korvette der Gawron-Klasse (entspricht dem deutschen MEKO-A-100), 2001 wurde der Bau begonnen und erst 2019 abgeschlossen. Es gibt noch eine Korvette aus polnischer Produktion, mittlerweile fast 50 Jahre alt.

Zur Zeit plant Polen den Bau von drei neuen Fregatten, die der britischen Typ-31-Fregatte entsprechen. Sie sind zwischen 2029 und 2031 fertig und dann moderner als alle russischen Schiffe.

Baltische Staaten

Die drei baltischen Staaten haben keine Luftwaffe und keine Kriegsschiffe. Die Marine beschränkt sich auf Patrouillenboote und den Küstenschutz. Lettland und Litauen haben einige Minenjäger, die allerdings gebraucht in den Niederlanden oder Dänemark gekauft wurden.

Bilanz

Die NATO kann den rund 50 russischen Kriegsschiffen rund 150 bis 200 Kriegsschiffe entgegensetzen, die im Durchschnitt viel moderner sind. Russland hat seine Kriegsschiffe in mehreren Häfen bei St. Petersburg oder bei Kaliningrad stationiert, dort können sie von NATO-Schiffen im Falle eines Konfliktes schnell festgenagelt werden.

Russland kann Kriegsschiffe von der Nordmeer-Flotte in die Ostsee verlegen, die aber dann im Nordatlantik fehlen. Neubauten sind im Moment wegen der Sanktionen nur schwer möglich.

Bei U-Booten hat die NATO eine zwölffache Überlegenheit, zudem sind alle NATO-U-Boot moderner als das einige russische U-Boot.

Anfang Mai 2026 hat die ukrainische Luftwaffe auch erstmals ein russisches Kriegsschiff der Karakut-Klasse in Primorsk (Region Leningrad) getroffen, ein zweites im Hafen von Kaspijsk (Dagestan). Das Schiff in Primorsk wurde an den Aufbauten, die das Radar und die Steuerungs-Elektronik enthalten, getroffen und geriet in Brand, der erst nach Stunden gelöscht werden konnte. Es muss praktisch neu aufgebaut werden, was Jahre dauern kann. Da Putin Luftabwehr aus Primorsk nach Moskau hat verlegen lassen, könnte es sein, dass die Ukraine es wieder versucht.

Sind Kriegsschiffe nötig?

Der Ukraine-Krieg zeigt, dass auch ein Land ohne Kriegsschiffe wie die Ukraine ein Drittel der Schwarzmeerflotte versenken konnte. Das geschah vor allem mit Seedrohnen wie dem „Sea Baby” oder „Magura-5”. Gegen das Flaggschiff wurden Anti-Schiffs-Raketen eingesetzt.

Deutschland beteiligt sich seit mehr als einem Jahr an der Entwicklung von Langstreckendrohnen und Marschflugkörpern in der Ukraine, um einerseits die Abwehr des Angriffs zu unterstützen, andererseits von der schnellen Innovation zu lernen. Wenn die Ukraine eine neue Drohne einsetzt, dauert es oft nur zwei bis vier Monate, bis Russland sie einerseits nachgebaut hat und auch einsetzen kann, andererseits Fähigkeiten zur Abwehr hat. Die nächste Drohnen-Generation muss also bereits nach drei Monaten zur Verfügung stehen.

Andererseits haben die Ostsee-Anrainer Probleme mit der russischen Schattenflotte. Zur Zeit hat Schweden drei Schiffe gestoppt und eines beschlagnahmt, weil es ohne Anmeldung und Versicherung fuhr, bei beiden anderen wird das noch geprüft. Dänemark hat zur Zeit ein iranisches Schattenschiff gestoppt und überprüft es. Russland hat als Reaktion den Zerstörer „Seweromorsk” nach Fehmarn geschickt, um russische Schatten-Tanker zu beschützen. Die „Seweromorsk” ist zwar aus der Sowjetunion (1987 in Dienst gestellt), kann aber natürlich schießen. Die NATO hat die „Sachsen” aus Kiel hingeschickt, außerdem sind zwei französische Kriegsschiffe Anfang Mai in die Ostsee eingelaufen.

Der Hauptgrund für den Neubau von Kriegsschiffen ist aber wohl die Konjunktur: Der Bau von Kriegsschiffen bringt Geld der Bundesregierung in die Regionen und die Werften. Örtliche Bundestagsabgeordnete fordern das auch für „ihren” Wahlkreis.

Die TKMS hat Bestellungen im Wert von 20,6 Milliarden Euro liegen. Deutschland und Norwegen haben U-Boote der Klasse 212CD bestellt, Singapur und die Türkei haben U-Boote bestellt, Brasilien hat eine Fregatte (Tamandaré-Klasse) bestellt, man verhandelt mit Indien und Kanada über U-Boote.

Reinhard Pohl

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